100.000.000€
will die hochverschuldete Stadt Solingen für eine neue BHC-Arena ausgeben. Die anfänglich auf 40 Millionen Euro geschätzten Kosten werden um ein Vielfaches übertroffen. MEHR

Mit 100 Mio € könnte man...

Worum geht's?

Der Rat hat mit den Stimmen von CDU, SPD, FDP und BfS eine Grundsatzentscheidung für den Bau einer Mehrzweck-Arena am Weyersberg gefasst. Hierzu gibt es ein von Oberbürgermeister Tim Kurzbach bestelltes Gutachten, wonach: Die Argumentationsgrundlage des Oberbürgermeisters war, dass ein Neubau der Arena mittelfristig kostengünstiger als eine Sanierung der Klingenhalle sei. Diese Aussage ließ sich bereits mit Blick in das nichtöffentliche Gutachten widerlegen, da bei der Gegenüberstellung unter anderem das positivste Szenario im Hinblick auf die sportliche Situation des BHC sowie auf die Auslastung der Hallenkapazitäten durch Kulturveranstaltungen gegengerechnet wurde, Haushaltsbelastungen für den Schulsport ignoriert wurden sowie sämtliche Zusatzkosten der Infrastruktur nicht in die Gesamtrechnung miteingepreist wurden. Das Argument des „Kostenvorteils“ des Arena-Baus gegenüber der Klingenhallen-Sanierung ist allerdings spätestens seit dem 17. Februar 2022 sowieso hinfällig, als der Rat die Prüfung der Arena in die Prüfung eines „Sportquartiers“ umwandelte, bei dem zusätzlich zum Bau der Arena geprüft werden sollen. Weitere finanzielle Auswirkungen können sich zudem optional ergeben durch eine Verlegung des Kunstrasenplatzes Weyersberg 2 – sollte kein Anbau der Arena Bergisch Land an die bestehende Klingenhalle unter Ausnutzung der derzeitigen Parkplatzfläche möglich sein.

Somit ist festzuhalten, dass die bei der Vorstellung des Vorhabens im Oktober 2021 durch den Oberbürgermeister ausgegeben 40 Millionen Euro Baukosten in Betrachtung der oben genannten Mehrkosten für das Sportquartier, der aktuell üblichen Baukostensteigerungen durch steigende Rohstoffkosten sowie Planungskosten auf über 100 Millionen Euro korrigiert werden müssen.

Wir fordern den Stopp der Arena-Planungen!

Bereits jetzt werden für die laufenden Gutachten schon mindestens 880.000 Euro ausgegeben. Dabei ist schon heute absehbar, dass die Arena zur Schuldenfalle wird, zumal sich die Kostenschätzungen schon jetzt mehr als verdoppelt haben. Wir fordern den Stopp der weiteren Planungen, da die Arena
  1. inklusive des Baus zwei neuer Kreisverkehre und absehbarer Baukostensteigerungen über 100 Millionen Euro kosten wird
  2. mit neuen Schulden finanziert wird, obwohl Solingen mit einer Milliarde Euro Schulden eine der ärmsten Städte NRWs ist
  3. nachweislich eine neue Wärmeinsel produziert. Die Arena blockiert Kaltluftströme, sodass es zu stärkeren Hitzewellen im Stadtteil kommt, die unsere Gesundheit, gerade die der älteren Menschen, gefährden
  4. den Kunstrasenplatz und die Bolzplätze am Weyersberg zerstört, welche von vielen Anwohnenden und Vereinen genutzt werden
  5. teure Ersatzbauten für die wegfallenden Sportangebote notwendig macht, welche dann an ganz anderer Stelle errichtet werden müssen
  6. Verkehrschaos und Parkraummangel verstärkt, da keine realisierbare und ausreichende Bus- oder Zug-Anbindung der Arena bedacht wird
  7. laut des städtischen Gutachtens jährlich ein Millionendefizit abwirft, das durch die Allgemeinheit getragen werden muss
  8. aufgrund der steigenden Lärmbelastung den Wert der Immobilien am Weyersberg senken wird.

100 Millionen Euro können wir besser investieren!

Das Bündnis lebenswerter Weyersberg stellt fest: Solingen hat erhebliche Probleme, den Aufgaben im Kampf gegen die Klimakrise und gegen soziale Ungleichheit gewachsen zu sein. Hierfür werden nicht annähernd vergleichbare Summen ausgegeben wie für den Neubau der „Arena Bergisch Land“: Eine Sanierung der Klingenhalle ist und bleibt, nicht nur aus unserer Sicht, die sinnvollste Lösung. Angesichts der desaströsen Haushaltslage muss das wenige Geld besonders nachhaltig investiert werden. Es gibt genug Baustellen in unserer Stadt: Im sozialen Bereich, im Busangebot, beim Klimaschutz, bei den Freizeitangeboten… Bei einem derartigen wirtschaftlichen Risiko für die Stadt, nicht nur mit negativen finanziellen, sondern auch klimatischen und sozialen Langzeitfolgen, würde der Bau der BHC-Arena dem Ruf des Handball-Clubs eher schaden, als seine Position zu stärken. Dies wird den Erfolg des Spitzensports in Solingen sogar langfristig eher gefährden als fördern.

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